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14/10 RE-NOVATE® II: Dabigatranetexilat ebenso wirksam und sicher wie Enoxaparin in der Prophylaxe venöser Thromboembolien (VTE) nach Hüftgelenkersatz

11 Juni 2010

RE-NOVATE® II: Dabigatranetexilat ebenso wirksam und sicher wie Enoxaparin in der Prophylaxe venöser Thromboembolien (VTE) nach Hüftgelenkersatz - bei signifikanter Reduktion des kombinierten Endpunkts aus schweren VTE und durch VTE bedingten Todesfällen

  • Dabigatranetexilat 220 mg einmal täglich ist ebenso wirksam und sicher wie Enoxaparin 40 mg in der Prophylaxe venöser Thromboembolien (VTE) nach einer Hüftgelenkersatz-Operation.1

  • Gegenüber Enoxaparin reduzierte Dabigatranetexilat signifikant den kombinierten Endpunkt aus schweren VTE und durch VTE bedingten Todesfällen.1

  • Das Blutungsrisiko und das Sicherheitsprofil von Dabigatranetexilat sind vergleichbar zu Enoxaparin.1

Die heute auf der 15. Jahrestagung der European Hematology Association (EHA) vorgestellten Daten der RE-NOVATE® II-Studie belegen, dass Dabigatranetexilat 220 mg einmal täglich genau so wirksam und sicher ist wie Enoxaparin 40 mg in der Prophylaxe venöser Thromboembolien (VTE) nach einer Hüftgelenkersatz-Operation. Gleichzeitig belegen die Daten eine signifikante Reduktion des kombinierten Endpunkts aus schweren venösen Thromboembolien und durch VTE bedingten Todesfällen durch Dabigatranetexilat verglichen mit Enoxaparin.1

In der doppelblinden Nichtunterlegenheitsstudie mit 2.055 randomisierten Patienten sollte geprüft werden, ob eine 28- bis 35-tägige Behandlung mit Dabigatranetexilat 220 mg einmal täglich mindestens ebenso sicher wie Enoxaparin bei Patienten mit elektivem Hüftgelenkersatz ist. Gleichzeitig sollten die Sicherheitsprofile der beiden Behandlungen verglichen werden.1

Die derzeitigen Therapien zur VTE-Prophylaxe nach einer Hüftgelenkersatz-Operation, beispielsweise niedermolekulare Heparine wie Enoxaparin, machen regelmäßige Injektionen erforderlich. Dies kann für Patienten nach der Entlassung aus dem Akutkrankenhaus lästig und unbequem sein, insbesondere bei Durchführung einer erweiterten Thromboembolieprophylaxe, die die Anzahl der VTE-Ereignisse signifikant reduziert.2 Orale Antikoagulanzien wie Dabigatranetexilat gelten daher als ein therapeutischer Fortschritt, der eine verbesserte Patientenversorgung erleichtern kann.

Die Ergebnisse im Einzelnen:1

  • Dabigatranetexilat ist so wirksam wie Enoxaparin zur Prävention der Gesamtanzahl venöser Thromboembolien (phlebographisch nachgewiesen oder symptomatisch) und der Gesamtmortalität. Dieser Endpunkt trat bei 7,7 Prozent der mit Dabigatranetexilat behandelten Patienten und bei 8,8 Prozent der mit Enoxaparin behandelten Patienten auf (absolute Risikodifferenz -1,1 Prozent (95%-KI, -3,8 Prozent bis 1,6 Prozent); p<0,0001 für die Nichtunterlegenheit).

  • Verglichen mit Enoxaparin führte Dabigatranetexilat zu einer signifikanten Reduktion des kombinierten Endpunkts aus schweren venösen Thromboembolien (proximale tiefe Venenthrombose, nicht tödliche Lungenembolie) und durch VTE bedingten Todesfällen. Dieser Endpunkt trat bei 2,2 Prozent der mit Dabigatranetexilat behandelten Patienten und bei 4,2 Prozent mit Enoxaparin behandelten Patienten auf (absolute Risikodifferenz -1,9 Prozent, relative Risikoreduktion - 46 Prozent (95%-KI -3,6 Prozent bis -0,2 Prozent); p=0,03 für die Überlegenheit).

  • Schwere Blutungsereignisse* waren bei beiden Behandlungen vergleichbar: 1,4 Prozent der Patienten in der Dabigatranetexilat-Gruppe und 0,9 Prozent der Patienten in der Enoxaparingruppe (p=0,40).

Dr. Michael Huo, Department of Orthopaedic Surgery, University of Texas Southwestern Medical Center, kommentierte: "Diese positiven Ergebnisse bestätigen zusammen mit den Ergebnissen der RE-NOVATE®-Studie, die ein analoges Design hatte, und den kombinierten Daten von über 5.000 Patienten, dass Dabigatranetexilat einmal täglich nach einer Hüftgelenkersatz-Operation venöse Thromboembolien ebenso wirksam wie Enoxaparin verhindern kann. Dabei sind Blutungsrisiko und Sicherheitsprofil vergleichbar. Zusätzlich erbrachte diese Studie aber auch das viel versprechende Resultat, dass Dabigatranetexilat mit signifikant niedrigeren Raten schwerer venöser Thromboembolien und durch VTE bedingter Todesfälle einher ging."

Venöse Thromboembolien - zu denen tiefe Venenthrombose (TVT) und deren potenziell tödliche Komplikation Lungenembolie (LE) zählen - sind mit fast 750.000 VTE-Ereignissen jährlich, von denen circa 300.000 tödlich verlaufen, ein großes Problem für das Gesundheitswesen in Europa.3 Ohne eine Thromboseprophylaxe entwickelt sich bei drei von fünf Patienten nach einer größeren orthopädischen Operation eine tiefe Venenthrombose4 - wobei trotz einer fünf- bis elftägigen gerinnungshemmenden Therapie einer von fünf Patienten nach einer Hüftgelenkersatz-Operation eine tiefe Venenthrombose erleidet.4 Daher werden Antikoagulanzien benötigt, die die Patientenversorgung verbessern und zur Prävention thromboembolischer Erkrankungen beitragen.

Michael Huo erklärte weiter: "Da Dabigatranetexilat oral verfügbar ist, ist es außerhalb des Krankenhauses für Patienten wesentlich einfacher in der Anwendung als injizierbare Antikoagulanzien wie Enoxaparin. Dieser Vorteil kann auch für die nationalen Gesundheitssysteme zu einer Kosteneinsparung führen. So zeigte sich in Großbritannien, dass die erweiterte Thromboembolie-Prophylaxe mit Dabigatranetexilat aufgrund seiner oralen Anwendung zu einer signifikanten Kostenreduktion im Vergleich zu Enoxaparin führte. Dabigatranetexilat sollte daher eine attraktive Behandlungsoption in diesem klinischen Umfeld sein."

Dabigatranetexilat steht an der Spitze einer neuen Generation oraler Antikoagulanzien - direkte Thrombininhibitoren (DTI) -, die den großen medizinischen Bedarf nach Arzneimitteln zur Prävention und Behandlung akuter und chronischer thromboembolischer Erkrankungen decken sollen.5 Der Wirkstoff wird zurzeit in verschiedenen Therapiegebieten geprüft, darunter zur Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern.

Die RE-NOVATE-Studie®:6
Die RE-NOVATE®-Studie war eine multinationale, randomisierte, doppelblinde Nichtunterlegenheitsstudie der Phase
III, an der 3.494 Patienten nach einer Hüftgelenkersatz-Operation in der EU, Südafrika und Australien teilnahmen. Die Patienten wurden randomisiert und erhielten entweder einmal täglich oral 150 mg Dabigatranetexilat bzw. 220 mg Dabigatranetexilat oder einmal täglich 40 mg Enoxaparin als subkutane Injektion, erstmalig zwölf Stunden vor der Operation. Die mediane Behandlungsdauer betrug in allen Gruppen 33 Tage.

Hinsichtlich des primären Wirksamkeitsendpunkts (Kombination aus Gesamtanzahl der VTE-Fälle und Gesamtmortalität) fielen die Ergebnisse im Vergleich aller Gruppen ähnlich aus: 8,6 Prozent bei mit 150 mg Dabigatranetexilat einmal täglich behandelten Patienten, 6,0 Prozent bei mit 220 mg Dabigatranetexilat einmal täglich behandelten Patienten und 6,7 Prozent bei mit 40 mg Enoxaparin einmal täglich behandelten Patienten. Die Beurteilung der Sicherheit erfolgte für 3.463 Patienten, die die Prüfmedikation erhielten; die Gruppen zeigten keine signifikanten Unterschiede in der Rate schwerer Blutungen (1,3 Prozent, 2,0 Prozent bzw. 1,6 Prozent). Auch bestand kein signifikanter Unterschied in der Inzidenz von Leberenzymanstiegen und akuten koronaren Ereignissen während der Behandlung oder während des Nachbeobachtungszeitraums zwischen den Gruppen.

Dabigatranetexilat (Pradaxa®)
Dabigatranetexilat steht an der Spitze einer neuen Generation oraler Antikoagulanzien - direkte Thrombininhibitoren (DTI) -, die den großen medizinischen Bedarf nach Arzneimitteln zur Prävention und Behandlung akuter und chronischer thromboembolischer Erkrankungen decken sollen.5

Direkte Thrombininhibitoren entfalten ihre starken antithrombotischen Effekte, indem sie spezifisch die Aktivität sowohl von freiem als auch von im Gerinnsel gebundenen Thrombin hemmen, dem Schlüsselenzym für die Bildung von Thromben. Im Gegensatz zu Vitamin K-Antagonisten, die variabel über verschiedene Gerinnungsfaktoren wirken, führt Dabigatranetexilat zu einer effektiven, vorhersagbaren und zuverlässigen Gerinnungshemmung. Der Wirkstoff hat nur ein geringes Potential für Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und zeigt keine Nahrungsmittelinteraktionen. Dabigatranetexilat erfordert routinemäßig weder ein Gerinnungsmonitoring noch eine Dosisanpassung.

Seit seiner Zulassung wird Dabigatranetexilat (Pradaxa®) in über 50 Ländern für die Primärprophylaxe venöser thromboembolischer Ereignisse (Blutgerinnsel) bei Erwachsenen nach elektivem Hüft- oder Kniegelenkersatz angewendet.

Das klinische Studienprogramm zu Dabigatranetexilat
Das umfangreiche klinische Studienprogramm von Boehringer Ingelheim zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Dabigatranetexilat umfasst Studien in den folgenden Indikationen:

  • Primärprävention venöser Thromboembolien (VTE) bei Patienten mit elektivem Hüft- oder Kniegelenkersatz
  • VTE-Akuttherapie
  • VTE-Sekundärprävention
  • Sekundärprävention kardialer Ereignisse bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom
  • Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern

Boehringer Ingelheim
Der Unternehmensverband Boehringer Ingelheim zählt weltweit zu den 20 führenden Pharmakonzernen. Mit Hauptsitz in Ingelheim, Deutschland, ist Boehringer Ingelheim weltweit mit 142 verbundenen Unternehmen in 50 Ländern tätig und beschäftigt insgesamt mehr als 41.500 Mitarbeiter. Die Schwerpunkte des 1885 gegründeten Unternehmens in Familienbesitz liegen in der Forschung, Entwicklung, Produktion sowie im Marketing neuer Produkte mit hohem therapeutischen Nutzen für die Humanmedizin sowie die Tiergesundheit.

Im Jahr 2009 erwirtschaftete Boehringer Ingelheim Gesamterlöse von 12,7 Mrd. Euro. 21 Prozent der Umsätze aus dem größten Segment "Verschreibungspflichtige Arzneimittel" investierte das Unternehmen in die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente.

Referenzen


1. Eriksson BI, et al. Dabigatran versus enoxaparin for thromboprophylaxis after primary hip arthroplasty: The RE-NOVATE II randomised trial. Presented at the Annual Congress of the European Haematology,
12th June 2010.
2. Eikelboom JW, et al. Long-term LMWH to prevent VTE in high-risk orthopaedic patients: a meta-analysis. Lancet 2001; 358:9-15.
3. Cohen AT, et al. Venous thromboembolism (VTE) in
Europe. Thromb Haemost 2007; 98:756-764.
4. Geerts WH, et al. Prevention of venous thromboembolism. American
College of Chest Physicians evidence-based clinical practice guidelines (8th Edition). Chest 2008; 133:381-453.
5. Di Nisio M, et al. Direct Thrombin Inhibitors. N Engl J Med 2005; 353:1028-40.
6. Eriksson BI, et al. Dabigatran etexilate versus enoxaparin for prevention of venous thromboembolism after total hip replacement: a randomised, double-blind, non-inferiority trial. Lancet 2007; 370(9591): 949 - 956.

*Schwere Blutungen waren klassifiziert als: tödlich; in einem kritischen Organ; offene Blutung mit einem Hämoglobinrückgang um mindestens 20 g/l über das vom Prüfarzt erwartete Ausmaß; offene Blutung, die eine Transfusion von mindestens 2 Einheiten Gesamtblut oder Erythrozyten über das vom Prüfarzt erwartete Ausmaß erfordert; Blutung, die ein Absetzen der Behandlung erfordert oder die zu einer erneuten Operation führt.

 

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