HIV / AIDS
![]() |
AIDS wurde in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts erstmals von amerikanischen Wissenschaftlern als Krankheit entdeckt. Sie trat zu dieser Zeit bei homosexuellen Männern auf und zeigte sich in einer Immunschwäche, die zu einem gehäuften Auftreten von Lungenentzündung oder bestimmten Krebsformen (Kaposi-Sarkom) führte. Als Ursache dieser Infektionskrankheit wurde das HI-Virus (Human Immunodeficiency Virus) entdeckt. |
Die epidemieartige
Verbreitung von HIV-Infektionen, auch auf Frauen und Kinder, führte zu einer
bis heute andauernden intensiven Suche nach wirksamen Medikamenten gegen
diese neue Geissel der Menschheit.
Dreissig Jahre nach der Entdeckung des HI-Virus haben Menschen mit der antiretroviralen Behandlung eine Lebenserwartung von zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren nach der Infektion. Eliminieren lässt sich das Virus bisher nicht.
Boehringer Ingelheim hat sich zum Ziel gesetzt, die HIV-Therapie zu verbessern. Ärzten und Patienten werden innovative antiretrovirale Medikamente zur Verfügung gestellt.
Nähere Informationen zu unseren Präparaten finden Sie im Arzneimittel-Kompendium der Schweiz:
- Patienteninformation Viramun®
- Fachinformation Viramun®
- Patienteninformation Aptivus®
- Fachinformation Aptivus®
Weitere Informationen finden Sie auch unter:
Infektionswege
Wie infiziert man
sich mit HIV ?
AIDS (Acquired Immunodeficiency Syndrome) ist eine Infektionskrankheit, die über die Ansteckung mit dem HI-Virus (Human Immunodeficiency Virus) von Mensch zu Mensch übertragen wird. Die Übertragung erfolgt aber nicht wie bei Grippeviren über eine so genannte Tröpfcheninfektion feuchter Ausatemluftbestandteile, sondern durch den direkten körperlichen Kontakt mit den Körperflüssigkeiten eines bereits HIV-infizierten Menschen mit Schleimhaut, verletzter Haut oder Blutbahnen des bisher noch nicht Infizierten.
Zu den Körperflüssigkeiten, die eine Ansteckung verursachen können, zählen:
|
HIV wird deshalb auf folgenden
Wegen übertragen:
|
Homosexuelle und Drogenabhängige haben nach wie vor das höchste Risiko,
sich mit HIV anzustecken. Leider ist in neuester Zeit eine stetige Zunahme
der Neuinfektionen durch Geschlechtsverkehr von infizierten (häufig
bisexuellen) Männern mit Frauen festzustellen. Besonders gefährdet für
eine Ansteckung durch den sexuellen Kontakt sind darüber hinaus diejenigen
Menschen, deren Haut oder Schleimhäute Verletzungen aufweisen oder infolge
einer anderen Geschlechtskrankheit wie Herpes oder Syphilis entzündlich
verändert sind.
Kontakte, für die bisher kein
Übertragungsrisiko nachgewiesen wurde
Berührungen wie Umarmungen oder
Küssen, Kontakt mit Tränen oder Schweiss haben aufgrund bisheriger
Untersuchungen kein Übertragungsrisiko für HIV gezeigt. Die gemeinsame
Nutzung von Toiletten, Wasserhähnen, Duschen, Geschirr, Bettwäsche, Telefon
und Bekleidung von HIV-Infizierten und Menschen ohne HIV-Infektion ist
bisher als unbedenklich einzustufen. Mückenstiche scheinen nach heutigen
Erkenntnissen für die Übertragung ebenfalls keine Rolle zu spielen. Die
Zubereitung von Nahrungsmitteln oder Speisen durch HIV-Infizierte führte
bisher ebenfalls zu keinen Neuinfektionen.
Wie verhindere ich eine HIV-Infektion
?
Die
Übertragung des HI-Virus erfolgt von einem Menschen zum nächsten
mittels Körperflüssigkeiten (v. a. Sperma, Blut, Scheidenflüssigkeit,
Muttermilch) direkt über Schleimhäute, verletzte Haut oder auf dem
Blutweg.
Wie verhindert man eine Infektion beim Geschlechtsverkehr?
![]() |
In den meisten Fällen wird das HI-Virus beim ungeschützten
Geschlechtsverkehr übertragen. Besonders gefährdet für eine HIV-Infektion
sind homosexuell, aber auch bisexuell veranlagte Männer. Letztere verbreiten
das Virus dann häufig auch auf Frauen. Auch heterosexuelle Männer, die
Anhänger des Sextourismus in ferne Länder (z. B. Thailand, Kenia) sind,
bringen häufig eine HIV-Infektion nach Hause mit. Wenn der HIV-Status des Geschlechtspartners nicht zuverlässig bekannt ist, kann man, um wirklich vor Ansteckung sicher zu sein, nur sogenannten geschützten Geschlechtsverkehr mit Kondom haben (oder man muss komplett auf jeglichen Geschlechtsverkehr verzichten). |
Merke: nur ein Kondom schützt vor Infektion = safer Sex!!!!
Spermizide Cremes oder Lösungen bieten vielleicht Schutz vor
Schwangerschaft, aber keine echte Sicherheit vor Ansteckung.
Drogenabhängigkeit und Infektionsgefahr
Die Weitergabe von gebrauchten Nadeln für die Injektion von Drogen ist
die Hauptursache der Verbreitung von AIDS bei dieser Personengruppe. Es
dürfen deshalb nur neue, ungebrauchte Einmalnadeln (am besten aus der noch
original eingeschweissten Verpackung entnommen) verwendet werden.
Vermeidung von Infektion bei medizinischem Personal
Besteht die Möglichkeit bei
der Behandlung von Patienten oder Unfallopfern mit Körperflüssigkeiten
in Berührung zu kommen, ist die sicherste Methode zur Vermeidung einer
Ansteckung das Tragen von Gummihandschuhen. Geht man gleichzeitig mit
Injektionsnadeln um, ist darauf zu achten, dass man sich nicht
versehentlich nach Gebrauch beim Patienten einmal selbst damit
verletzt.
HIV-Positive haben eine Verantwortung gegenüber ihren
Mitmenschen !
Mit dem HI-Virus infizierte
Menschen können einen wesentlichen Teil dazu beitragen, dass die
fortschreitende Verbreitung von AIDS eingedämmt wird. Auch
wenn Erkrankte oft Phasen des Gefühls "mir ist sowieso alles egal"
durchmachen, ist es auf keinen Fall zu akzeptieren, andere Menschen
fahrlässig oder absichtlich zu infizieren. HIV-Positive sollten nur
geschützten (mit Kondom) Geschlechtsverkehr haben. Auf keinen Fall
dürfen sie Blut oder gar Organe spenden. Wenn sie in einer
Partnerschaft leben, müssen sie den Partner auf jeden Fall über ihre
Erkrankung aufklären, falls nötig im Beisein eines Arztes oder
Betreuers ihres Vertrauens. Drogenabhängige HIV-Positive sollten es
sich zur Regel machen, ihre gebrauchten Nadeln ausser Reichweite
anderer Drogenabhängiger so zu beseitigen, dass sich niemand sonst
daran verletzen kann und schon gar nicht in der Nähe von
Kinderspielplätzen achtlos wegwerfen.
Wie erkennt man eine HIV-Infektion ?
Der HIV-Test als Mittel der Wahl
Die HIV-Infektion kann in
den ersten Jahren der Erkrankung völlig ohne Krankheitszeichen
verlaufen, so dass die Durchführung eines HIV-Antikörper-Tests die
einzig verlässliche Nachweismethode darstellt. Basis dieses Tests ist
die Tatsache, dass das Immunsystem als Abwehrreaktion auf die Viren
spezielle Antikörper produziert, die spezifisch diesen
Krankheitserreger bekämpfen. Diese Antikörper sind im Blut nachweisbar. Da die Ausbreitung des HI-Virus
mittlerweile auch in der Schweiz relativ weit fortgeschritten ist, gibt es eine ganze
Reihe von Situationen im Leben, die eine Durchführung des
HIV-Antikörper-Tests sinnvoll und notwendig erscheinen lassen.
Wann sollte man einen HIV-Test durchführen ?
|
Wie und wann funktioniert der HIV-Test ?
Durch den HIV-Test können
nicht direkt die HI-Viren nachgewiesen werden; man kann mit ihm jedoch
die Antikörper im Blut nachweisen, die das körpereigene Immunsystem
gebildet hat, um die Viren zu bekämpfen. Bis diese Antikörper
im Blut nachweisbar sind, vergehen jedoch ca. 6 Wochen nach einer erfolgten
Infektion mit dem HI-Virus. Dies bedeutet, dass man nach ungeschütztem
Geschlechtsverkehr, bei dem man befürchtet, sich angesteckt zu haben,
mindestens 6 Wochen warten muss, bis der Test durchgeführt werden
kann. Erst dann liefert er ein ziemlich verlässliches Ergebnis. In
seltenen Ausnahmefällen können sogar mehrere Monate vergehen, bis sich
die Antikörper durch den Test nachweisen lassen. Dies bedeutet, um
wirklich sicherzugehen, sollte man den Test ein halbes Jahr später
wiederholen lassen.
Wie lange dauert es, bis man das Testergebnis erfährt ?
Um wirklich sicherzustellen, dass die Testaussage korrekt ist, müssen manchmal mehrere
Untersuchungen (ELISA, Western Blot, Antigen-Nachweis) an der für den
Test gewonnenen Blutprobe durchgeführt werden. Man kann in der Regel
davon ausgehen, dass es mindestens 10 - 14 Tage dauert, bis das
Testergebnis feststeht.
Krankheitszeichen (Symptome), die eine HIV-Infektion
vermuten lassen
Eine der häufigsten
Krankheitszeichen der HIV-Infektion oder AIDS-Erkrankung ist Fieber
und Schwäche. Bei Virusinfektionen ist die Temperatur-Erhöhung meist
nicht stark ausgeprägt (zwischen 37 und 37,5 Grad Celsius) während bei
bakteriellen Infektionen Fieber über 38 Grad Celsius nicht selten ist.
Infektionen der Lunge sind darüber hinaus häufig von deutlichen
Atembeschwerden begleitet. Unerklärliche Gewichtsabnahme ist ein
typisches Symptom der HIV-Infektion; sie ist durch eine infektiöse
Schädigung der Magen-Darm-Schleimhaut, die dadurch in der
Nährstoffaufnahme gestört ist, bedingt. Häufige Durchfälle,
Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfälle sowie
Verschlechterung des Sehvermögens treten ebenfalls vermehrt auf. Sind
mehrere Lymphknoten deutlich vergrössert und entstehen rotviolette,
sich vergrössernde Flecken auf der Haut, liegt der Verdacht auf eine
vorliegende HIV-Infektion sehr nahe.


