Chronisch-obstruktive Atemwegserkrankung (COPD)

Chronisch-obstruktive
Atemwegserkrankung (COPD = Chronic Obstructive Pulmonary Disease) kommt
in der Schweiz immer häufiger vor. Hauptursache der COPD ist das
Rauchen.
Im Erwachsenenalter treten Atemprobleme vor allem im Zusammenhang mit
der chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankung auf. 1990 lag die
chronisch-obstruktive Atemwegserkrankung in der Todesursachen-Statistik
weltweit noch auf Platz 6, heute steht sie bereits auf Platz 4. Im Jahr
2020 wird sie wahrscheinlich bereits auf Platz 2 (hinter den
Herz-Kreislauf-Erkrankungen) vorgerückt sein. Nach neuesten Schätzungen
geht man davon aus, dass derzeit in der Schweiz mehr als 300'000
Personen an
chronisch-obstruktiver Atemwegserkrankung leiden.
In der Medizin wird die Abkürzung COPD als Sammelbegriff für die
chronisch-obstruktive Atemwegserkrankung und das Lungenemphysem
verwendet. Beide Krankheitsbilder sind dadurch gekennzeichnet, dass der
Luftstrom vor allem beim Ausatmen behindert ist und sich im Lauf der
Jahre neben der Atemnot ein Gefühl der "Überblähung" entwickelt. Husten
und Atemnot sind weitere Symptome.
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Chronisch-obstruktive
Bronchitis
Die Vorstufe zur chronisch-obstruktiven Bronchitis ist die
chronische Bronchitis. Diese liegt nach einer Definition der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor, wenn "Husten und Auswurf an den
meisten Tagen während dreier Monate in zwei aufeinander folgenden
Jahren" bestehen. Kommt zu Auswurf und Husten noch eine Atemnot hinzu ("AHA"-Symptome),
handelt es sich um eine "COPD", wie die chronisch-obstruktive Bronchitis
im Englischen heisst. Dabei ist durch die dauernde Verengung der
Bronchien vor allem die Ausatmung behindert.

Gesunde Bronchie (links) und verengte Bronchie (rechts)
Die Verengung der Bronchien ("Obstruktion") wird durch
eine Verkrampfung der ringförmig angeordneten Muskelschicht der
Bronchien ("Bronchospasmus"), durch ein Anschwellen der
Bronchialschleimhaut und durch eine krankhaft erhöhte Schleimproduktion
verursacht. Häufig bemerken die Patienten die Atemnot erst dann, wenn
die Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist und bereits einfache
körperliche Bewegung zu Atembeschwerden führt. Ständiger Husten und
Auswurf dürfen deshalb nicht als "normal" angesehen werden, sondern
müssen unbedingt ärztlich abgeklärt werden.
Aufbau der Lunge
Die
"oberen Atemwege" reichen von der Nase bis zum Kehlkopf. Der Einfachheit
halber werden an dieser Stelle aber nur die so genannten "unteren
Atemwege", also die nach dem Kehlkopf kommenden Abschnitte, besprochen.

Aufbau der Lunge
Atemwege und Lunge liegen im knöchernen Brustkorb ("Thorax") und gleichen einem auf den Kopf gestellten Baum mit zwei "Kronen", den beiden Lungenflügeln. Dem "Baumstamm" entspricht die Luftröhre. Von dieser zweigen im Brustkorb zwei dicke "Äste" in die Lungenflügel ab: der rechte und linke Hauptbronchus. Diese wiederum verzweigen sich in immer kleinere "Ästchen", die Bronchien. Am Ende der kleinsten Abschnitte, der Bronchiolen, sitzen die Lungenbläschen ("Alveolen"), die für den Gasaustausch in der Lunge notwendig sind. Ihre Zahl wird auf etwa 300 Millionen geschätzt. Obwohl die Lungenbläschen winzig klein sind, entsteht durch ihre riesige Menge eine Fläche von etwa 100 Quadratmetern.
Spricht man von den "Atmungsorganen", darf neben den luftleitenden
Atemwegen und den für den Gasaustausch zuständigen Lungenbläschen das
Zwerchfell ("Diaphragma") nicht vergessen werden. Das Funktionieren
dieser Muskelschicht, die den Brustraum vom Bauchraum trennt, ist für
die Ein- und Ausatmung von entscheidender Bedeutung. Die Lunge liegt mit
ihrer breiten Basis dem Zwerchfell auf.
Auslöser der Erkrankung
Hauptrisikofaktor für die Entstehung und den Verlauf einer "COPD" ist
das inhalative Zigarettenrauchen. In zahlreichen Untersuchungen zeigt
sich eine Dosisabhängigkeit zwischen der Menge der gerauchten Zigaretten
und der Abnahme der Lungenfunktion. Auf die dauernde Überflutung mit
Schadstoffen reagieren die Bronchien neben einer reinen Verengung
zunächst mit Husten zur Entfernung der eingedrungenen Schadstoffe.
Reicht dieses nicht mehr aus, kommt es zu verstärkter Schleimbildung und
zu einer Verdickung der Schleimhaut. Die Atemnnot wird stärker. Im
weiteren Verlauf nimmt die Zahl der Flimmerhärchen ab, der vermehrt
gebildete Schleim kann nicht mehr abtransportiert werden. Der Husten
verstärkt sich weiter. Eine schicksalshafte Spirale nimmt ihren Anfang.
Das Aufgeben des Rauchens sollte deshalb der erste Schritt in der
Behandlung sein. Zwar führt das Einstellen des Rauchens nicht zu einer
vollkommenen Wiederherstellung der Lungenfunktion, doch kann dadurch der
weitere Krankheitsverlauf deutlich gemildert werden.
Neben dem inhalativen Zigarettenrauchen gelten auch wiederholte
Atemwegsinfekte, Alkoholkonsum, Allergien, geringes Geburtsgewicht,
Mangelernährung, schlechte Wohnverhältnisse, erblich bedingte Einflüsse
sowie Klimafaktoren als Risikofaktoren und mögliche Auslöser einer "COPD".
Allerdings treten sie im Vergleich zum Zigarettenrauchen deutlich in den
Hintergrund. Nicht jeder Raucher bekommt COPD, aber neun von zehn
COPD-Patienten sind oder waren Raucher!
