Prostata-Erkrankungen

Erkrankungen der Prostata



Die gutartige Vergrösserung der Prostata, in der medizinischen Fachsprache als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet, betrifft etwa jeden zweiten 50jährigen Mann.

Mit zunehmendem Lebensalter nimmt der Prozentsatz der Betroffenen weiter zu.

Die Symptome der BPH sind: Schwierigkeiten beim Wasserlassen durch verzögerten Beginn, schwacher Harnstrahl und Unterbrechungen beim Wasserlassen. Diese Symptome können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Häufig besteht zusätzlich das Gefühl einer unvollständig entleerten Blase und das Bedürfnis des häufigen Wasserlassens am Tage sowie plötzlicher starker Harndrang oder mehrmalige nächtliche Toilettengänge. Mit zunehmendem Alter verstärken sich zudem die Symptome des Prostataleidens.

Da sich diese Erkrankung in der Regel medikamentös behandeln lässt, sollte ab dem 45. Lebensjahr für jeden Mann eine jährliche Früherkennungsuntersuchung der Vorsteherdrüse selbstverständlich sein.

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Die Prostata - Wozu Mann sie braucht
Die Prostata oder Vorsteherdrüse ist ein etwa kastaniengrosses Organ, das den von der Blase abgehenden Teil der männlichen Harnröhre umschliesst. Das beim jungen Mann etwa 20 Gramm schwere Organ besteht einerseits aus 30 bis 50 Einzeldrüsen, andererseits aus glatten Muskelfasern und Bindegewebe. In den Drüsen wird eine milchig-trübe Flüssigkeit gebildet, die die Beweglichkeit der Spermien sicherstellt und in der Harnröhre verbliebene Urinreste während des Geschlechtsaktes neutralisiert. Das Muskelgewebe der Prostata pumpt beim Orgasmus des Mannes die Samenflüssigkeit in die Harnröhre. Muss die Prostata operativ entfernt werden, so resultiert daraus immer die Zeugungsunfähigkeit des Mannes, weswegen man im Regelfall stets mit einer medikamentösen Behandlung beginnt.

Die anatomische Lage der Vorsteherdrüse zwischen Mastdarm und Beckenboden erlaubt die rektale Tastuntersuchung des Organs. Diese schmerzfreie diagnostische Massnahme stellt den ersten Schritt zur Früherkennung sowohl einer gutartigen Vergrösserung als auch einer bösartigen Erkrankung der Drüse dar.

Wenn die Prostata krank wird
Wie alle anderen Organe kann sich auch die Prostata entzünden. Die so genannte Prostatitis wird durch in der Blase und in den Harnwegen verbleibenden Restharn begünstigt. Symptome wie häufiger Harndrang und schwacher Harnstrahl, starke Schmerzen im Dammbereich oft begleitet von Fieber, weisen auf eine Entzündung hin. Nach der Untersuchung durch den Arzt lässt sich eine Prostatitis mit Antibiotika zumeist erfolgreich behandeln.

Wenn sich das Prostatagewebe unkontrolliert vermehrt und wuchert, entsteht Prostatakrebs. Diese in ihrem Frühstadium häufig symptomlose Erkrankung ist durch die rektale Tastuntersuchung nicht immer von der gutartigen Vergrösserung der Vorsteherdrüse zu unterscheiden. Bei Verdacht auf Prostatakrebs wird deshalb der PSA-Wert im Blut des Patienten bestimmt. Das prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiss, welches in der krebskranken Prostata vermehrt produziert wird. Bei auffälligen Untersuchungsergebnissen kann eine Gewebeprobe aus der Prostata entnommen werden, die anschliessend feingeweblich untersucht wird. Hier kann eine bösartige Veränderung eindeutig nachgewiesen oder ausgeschlossen werden.

Die häufigste nicht bösartige Veränderung der Vorsteherdrüse jenseits des 50. Lebensjahres ist jedoch fraglos die Benigne Prostatahyperplasie (BPH).

Die Benigne Prostatahyperplasie (BPH)
Grösse und Gewicht der Prostata bleiben bis zum 45. Lebensjahr in etwa konstant. Die dann bei vielen Männern beginnende Vergrösserung der Prostata, die mit einer Gewichtszunahme bis zum Fünffachen des Ausgangswertes einhergehen kann, ist ein normaler Teil des Alterungsprozesses und muss nicht unbedingt Beschwerden verursachen. Ausgelöst wird der Wachstumsprozess wahrscheinlich durch eine Verschiebung im Hormonhaushalt des alternden Mannes.


Für die gutartige Vergrösserung der Prostata existieren viele Bezeichnungen. Ob Prostatahypertrophie, Adenom oder Altmännerkrankheit: die Praxis seines Hausarztes oder des Urologen sucht der Patient mit Beschwerden beim Wasserlassen auf. Manchmal tritt auch ein häufiges nächtliches Wasserlassen (Nykturie) in den Vordergrund. Dafür kann eine BPH verantwortlich sein, muss es jedoch nicht. Warum eine vergrösserte Prostata nicht unbedingt Beschwerden macht, wird klar, wenn man den Vorgang des Gewebewachstums in der Drüse näher betrachtet.

Da die Prostata von einer derben Haut umgeben ist, kann sich neu entstehendes Gewebe kaum nach aussen ausdehnen. Stattdessen drückt es nach innen und verengt die Harnröhre. Wachsen die Prostatazellen ganz in der Nähe der Harnröhre, kommt es schon bald zu einer Verengung mit den typischen Beschwerden beim Wasserlassen, obwohl die Grössenzunahme der Drüse vergleichsweise gering sein kann. Vermehrt sich das Drüsengewebe dagegen eher in den Randbereichen der Prostata, wird die Harnröhre nicht oder kaum eingeengt. Trotz einer durchaus massiven Volumenzunahme kann der Betroffene lange beschwerdefrei bleiben.

Wie wird die BPH therapiert ?
Ob die im Zusammenhang mit der gutartigen Vergrösserung der Prostata auftretenden Beschwerden medikamentös oder operativ behandelt werden, hängt einerseits von den objektiv erhobenen Befunden und andererseits vom individuellen Leidensdruck des Patienten ab. Sind die Beschwerden gering (IPSS bis 7 Punkte), besteht noch keine Behandlungsnotwendigkeit. Es reichen jährliche Kontrolluntersuchungen aus. Die Strategie des kontrollierten Abwartens verbietet sich aber bei geringen Beschwerden dann, wenn Restharnwerte von über 100 ml durch Rückstau eine Nierenschädigung möglich machen.

Die medikamentöse Therapie stützt sich heute im Wesentlichen auf zwei Arzneimittelgruppen. Die sogenannten Alpha-Blocker (besser: Alpha-1-Rezeptorenblocker) reduzieren die Muskelspannung in der Prostata und am Blasenhals. Harnabflussstörungen werden nachweislich verbessert. Ältere Alpha-Blocker stammen aus der Blutdrucktherapie. Moderne Alpha-Blocker sind selektiv und wirken bevorzugt im Urogenitalsystem. Sie sind  im allgemeinen besser verträglich. In eine andere Kategorie gehören die so genannten 5-Alpha-Reduktase-Hemmer. Sie greifen in den Stoffwechsel der männlichen Geschlechtshormone ein und reduzieren das Volumen der vergrösserten Drüse. Hier können Nebenwirkungen auftreten, die Libido und Potenz negativ beeinflussen.

Eine medikamentös nicht mehr hinreichend zu behandelnde BPH wird zumeist mittels der Transurethralen Prostataresektion (TURP) chirurgisch therapiert. Mit Hilfe eines Operationsblasenspiegels, der durch die Harnröhre bis zur Prostata vorgeschoben wird, schneidet der Operateur Prostatagewebe aus, das dann über den Schaft des Instrumentes herausgespült wird. Trotz technisch-medizinischer Weiterentwicklungen, insbesondere der operativen Laserverfahren, ist die TURP-Methode bei der chirurgischen Behandlung der BPH weiterhin das Verfahren der Wahl.