Ginseng

Vom Ginseng zum G115

Von der legendären Heilpflanze zum modernen Phytotherapeutikum (Panax ginseng C.A. Meyer)

In der fernöstlichen Tradition wird die Ginsengwurzel seit viertausend Jahren als wirksames Lebenselixier eingesetzt. Ginseng erhielt von Sheng Nung (3500 v.Ch.), dem Begründer der chinesischen Heilpflanzenkunde, den Namen "Königin der Pflanzen". Sie galt als Allheilmittel und wurde "Panax ginseng" genannt, was soviel heisst wie „die allesheilende Menschenpflanze“. Tatsächlich hat der verzweigte Wurzelstock häufig eine menschenähnliche Form.


Etwa 1000 v. Chr. brachten maurische Seefahrer die ersten Ginsengwurzeln nach Europa. Westliche Ärzte und Wissenschaftler begegneten der Pflanze zunächst mit Skepsis, denn ihre Wirkungen waren nur sehr schwer nachzuweisen. Grund war die Tatsache, dass die aktiven Hauptwirkstoffe, die Ginsenoside, nicht in jeder Ginsengwurzel in der gleichen Konzentration vorkommen, bzw. verteilt sind. Je nach Standort, Bodenbeschaffung und anderen Umweltbedingungen enthalten sie mehr oder weniger Ginsenoside. Ein Umstand, dem jede Arzneipflanze unterworfen ist und der eine wissenschaftliche Erforschung sehr erschwert.

Vom wilden zum kultivierten Ginseng
Ginseng ist ursprünglich eine Waldpflanze, die im Halbschatten am besten gedeiht. Wegen der grossen Nachfrage wird sie heute zwar auf Feldern angebaut, doch ihre Ansprüche an die Umgebung sind gleich geblieben. Der Boden muss speziell vorbereitet, die Felder entsprechend beschattet werden. Der Qualität des Ginsengs tut dies keinen Abbruch. Viel wichtiger ist, dass die gewonnenen Ginsengwurzeln den Monographien "Asian Ginseng" der US Pharmacopeia und "Ginseng" der europäischen Pharmacopeia genügen.

Da die Ginsengwurzeln 5 bis 7 Jahre im Boden verbleiben, bevor sie geerntet werden können, müssen ihre Lebensbedingungen während dieser Zeit aufrecht erhalten werden. Das geschieht heute nach den Good Agricultural Practises (GAP), welche vorschreiben, wie Arzneipflanzen kultiviert werden sollen, damit sie später den hohen Anforderungen der modernen Medizin genügen können. Die Qualitätssicherung beginnt beim Ginseng also schon beim Vorbereiten des Bodens.

Nach der Ernte werden die Ginsengwurzeln sortiert und mikrobiologisch geprüft. Diese dürfen weder Bakterien, Schimmel, Pilze noch wesentliche Pestizidrückstände aufweisen. Um schädliche Keime abzutöten ohne dabei die bioaktiven Substanzen zu zerstören, wird das technisch sehr aufwändige UHT-Verfahren eingesetzt, bei dem die Wurzeln sofort nach der Ernte gewaschen und während weniger Sekunden auf 220° C erhitzt werden.

Im Gefolge des Siegeszuges von Ginseng in der westlichen Welt tauchte auch der Rote Ginseng auf. Es wird behauptet, dass er wirksamer und kostbarer sei, als der weisse Ginseng. Tatsächlich gibt es keinen Ginseng, der von Natur aus rot wäre. Ausgangsmaterial ist auch hier der weisse Ginseng. Er wird sodann nach traditionellem Verfahren während zwei bis drei Stunden mit Wasserdampf auf 100°C erhitzt. Diese Behandlung führt zur bräunlich-roten Farbe (Caramelisierung), von welcher der rote Ginseng seinen Namen bezieht. Diese Erhitzung kann jedoch zum Abbau von Ginsenosiden, die sich vor allem in den äusseren Schichten der Wurzel befinden, führen.

Warum standardisierter Ginseng-Extrakt?
Was bei einem synthetischen Medikament von Anfang an gegeben ist - eine gleichbleibende Dosierung - muss bei Ginseng mit einem komplizierten Verfahren angestrebt werden. Das geschieht durch Extrahierung und Standardisierung.

Die für die Weiterverarbeitung ausgewählten Ginsengwurzeln werden gemahlen und gelangen als Pulver in die Labors von Pharmaton im Tessin. Nach weiteren analytischen Kontrollen wird nach einem spezifischen firmeninternen Verfahren aus dem Pulver ein Extrakt hergestellt.

Der Extrakt ist jedoch nur ein erster Schritt, denn den positiven Wirkungen der Ginsengwurzel liegt ein komplexes Zusammenwirken von vielen verschiedenen Inhaltsstoffen zugrunde. Nur wenn diese Inhaltsstoffe in einem gleichbleibenden und ausgewogenen Mischungsverhältnis vorliegen, wird die optimale Wirksamkeit des Präparates gewährleistet. Das Vorhandensein eines immer gleichbleibenden Anteils von Ginsenosiden im Extrakt nennt man Standardisierung. Der von Pharmaton standardisierte Ginseng-Extrakt G115® enthält 4% Ginsenoside. Dieser Anteil hat sich als die optimale Konzentration erwiesen. Er entspricht der Monographie "Powdered Asian Ginseng Extract" der US Pharmacopeia.

Die Standardisierung aller Produktionsschritte ist der einzige Weg, eine konstante Qualität zu gewährleisten und den vollen Nutzen aus der Reichhaltigkeit der Natur zu ziehen. Qualitätssicherung auf allen Ebenen ist das Schlüsselelement für die Pflanzenmedizin/Phytotherapie. Ein Extrakt von hoher, standardisierter Qualität kann zu einem Monopräparat verarbeitet werden, oder, wie im Falle von Pharmaton, zusammen mit anderen Substanzen zu verschiedenen Präparaten mit zusätzlichen Wirkungen verarbeitet werden.

Nachweise der Wirksamkeit
Auch wenn sich westliche und östliche Medizin immer mehr annähern und ergänzen, so bleibt doch immer noch eine Prise Skepsis gegenüber asiatischen Heilpflanzen. Mit dem Ginseng-Extrakt G115® wurde die Wirksamkeit am Menschen jedoch mehrfach bewiesen.

Nun, welchen Nutzen zeitigt Ginseng wirklich? Der Anspruch, ein Allheilmittel zu sein, scheint heute etwas zu hoch gegriffen. Doch in Anbetracht unseres Lebensstils, unseres Energieverbrauchs und den körperlichen und geistigen Anforderungen, die täglich an uns gestellt werden, ist Ginseng so aktuell wie vor Jahrtausenden.

Die Ginsengwurzel enthält sogenannte adaptogene Substanzen. Sie erhöhen die Fähigkeit des Organismus, äusserliche Belastungen zu überwinden. Ginseng steigert die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit z.B. bei Müdigkeit.

Die Zusammensetzungen der auf dem Markt erhältlichen Ginsengpräparate unterscheiden sich stark.1)

Heute wird Ginseng-Extrakt G115® in verschiedenen Präparaten eingesetzt und weltweit mit Erfolg angewendet. Ginseng-Extrakt G115® liefert Energie bei Erschöpfungszuständen und Stress, bei körperlicher Überlastung und in der Rekonvaleszenz.

Der Ginseng-Extrakt G115® ist in Pharmaton® Vital Geriavit und Pharmaton® Vital Tabletten enthalten.

1) Camponovo F., Hostettmann K., Präparate auf Basis von Panax ginseng, Journal suisse de pharmacie. 1999; 16, 524-527